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kohlhaasAdams Väter
– Thriller
Daniel Kohlhaas
ISBN 9783941839366, AAVAA eBook Verlag, Taschenbuch, 260 Seiten, € 9,95

kohlhaas

 

Auf dem Beifahrersitz eines verunglückten Sportwagens befindet sich eine kopflose Leiche. Vom Fahrer fehlt jede Spur. Phil Payne und Zack Vebreska ermitteln, ohne zu wissen, dass ihre Spur zu Damian Andrews führt. Der entführte Wissenschaftler erwacht neben einer ebenfalls kopflosen Leiche und wird vor eine Wahl gestellt, die alles gefährdet, für das er sein Leben lang geforscht hat.

 

 

 

I.
Orientierungslos wachte Damian Andrews auf. Die Stille dröhnte in seinen Ohren. Aus der Ferne
vernahm er Straßenverkehr. In seinem Schlafzimmer vernahm man niemals Straßenverkehr. Er
schluckte. Jeder Muskel seines Körpers spannte sich zäh an. Das schwarze Zimmer starrte ihn mit dunklen Augen an. Sein Atem beschleunigte sich. Die Frage nach dem Ort, an dem er sich befand, hallte in seinem Kopf durch jegliche Windung. Trotzdem traute er sich nicht eine Bewegung zu tun.
«Hallo?», dürr und heiser blieb sein Wort in der Stille liegen. Sein Hals und seine Lippen waren trocken, er befeuchte diese kurz mit seiner Zunge und tastete langsam und vorsichtig nach rechts. Seine Hand glitt an der Bettseite entlang, er fand keinen Nachttisch, kein Kabel, keinen Schalter. Leere strich um seine Hand, wie eine schnurrende Katze. Wo war er?
Langsam richtete er sich auf. Genau vor ihm, am Fußende des Bettes, befand sich ein Fenster. Nur spärlich erkannte er die glitzernden Lichter der Nacht, auf unsteten Leinen am Firmament aufgereiht.
Wolken verhängten den Mond. Das Fenster seines Schlafzimmers lag eigentlich zu seiner Rechten. Er blinzelte mit den Augen, die suchend und lechzend jeden Tropfen Licht in ihre weit geöffneten Pupillen sehnten. Nichts knackte oder knarrte, unaufhörlich wuchs die Stille und mit jeder Sekunde schienen sich die Sterne noch weiter vom Fenster zu entfernen. Er bekam Angst, dass die Nacht durch das Fenster hinein fließen könnte und ihn langsam, von den Knöcheln aufsteigend umschließen würde. Dass sie kalt und glitschig hoch kriechen, bis übers Kinn gleitend, sich durch seine Lippen pressen und den Hals hinunter in den Magen drücken würde. Das Dunkel würde seine Augen verdecken, die Nase verstopfen und ihn nach Luft ringen lassen. Am Ende stünde er eingeschlossen in die zähflüssige Nacht da, nur dumpfe Laute nach Hilfe an nicht in der Nähe liegende Ohren versuchend und sich doch bewusst, dass er am Schwarz erstickt.
Damian vergaß bei diesem Gedanken fast zu atmen, doch er zog tief Luft ein und seine Lungenflügel weiteten sich nur durch harmlosen, farblosen Sauerstoff. Er tastete nach links und als er eine kalte und steife Hand berührte, stockte der Atem schmerzhaft und ein erstickender Schrei entfuhr in die Nacht, in der sich der Mond nur selten zeigen sollte.

Daniel Kohlhaas

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Der Autor Daniel Kohlhaas wurde am 15. September 1979 in Hachenburg (Westerwald) geboren und lebt mit seiner Familie in Nümbrecht-Benroth im Oberbergischen Kreis. Nach Abitur und Ausbildung zum Industriekaufmann entschied er sich im Jahre 2004, in einem zweiten Ausbildungsweg zum Gymnasiallehrer für Deutsch und Sozialwissenschaften, ein Studium an der Allgemeinen Hochschule in Siegen anzufangen, welches er 2009 abschloss. Seit September 2009 arbeitet er als Referendar an einem Gymnasium. Veröffentlicht wurden bisher Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien und Literaturzeitschriften. 2009 wurde die Kurzgeschichte „Wormser Gift“ im Rahmen des „Killerclubs“ des Droemer Knaur Verlags vertont und als Podcast im Internet zum Download bereitgestellt. Weitere Romane sind in Arbeit.

Von Daniel Kohlhaas

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