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Buch-Neuerscheinung: Glaube, Hoffnung, Management

Wie Manager ihre Entscheidungen treffen können

Der Frage, wie Manager angesichts der immer komplexer werdenden Zusammenhänge ihre Entscheidungen treffen, geht Buchautor Hubert Thurnhofer in seinem Buch "Glaube, Hoffnung, Management – Entscheidungsfindung im Management", erschienen im Books-on-Demand Verlag nach.

 

ThurnhoferIm ersten Teil des Werkes untersucht der Autor die Grundlagen der Entscheidungsfindung und bringt im zweiten Teil acht Unternehmensporträts als Best Practices der Entscheidungsfindung. Der Autor distanziert sich von allen Ratgebern, die mit einfachen Slogans und Tipps punkten wollen. Vielmehr untersucht er, was mit Schlagworten wie Bauchentscheidung, Intuition, Inspiration eigentlich gemeint ist und wie sich Modetrends im Management auf die Entscheidungsfindung auswirken


"Die Grundidee des Buches geht schon auf meine Zeit als Chefredakteur von pressetext (1999-2002) zurück", erklärt Thurnhofer gegenüber pressetext. "Das war die Zeit der New Economy, als wir viel über neue Geschäftsideen und Geschäftsmodelle berichtet haben. Dabei habe ich mich immer gefragt, auf welcher Grundlage Businesspläne und Forecasts produziert werden", so der Autor. Eine Frage war stets präsent: Können Manager in die Zukunft schauen oder falls nicht, was sind dann die Grundlagen ihrer Entscheidungen? "Mit dieser Frage wollte ich mich damals schon intensiver beschäftigen, es hat aber dann sieben Jahre gedauert, bis ich die Zeit dafür gefunden habe."


Der erste Teil des Buches steht unter dem Titel "Phänomenologie der Entscheidungsfindung" und darin versucht Thurnhofer die Frage zu beantworten, worauf sich die tatsächlichen Entscheidungen von Managern stützen. Das sei eine komplexe Antwort. "Zunächst sollte man unterscheiden zwischen Routine-Entscheidungen und essenziellen geschäftskritischen Entscheidungen. Für Routineentscheidungen reichen Fachwissen und Berufs-Erfahrungen." So entscheide ein Chefredakteur, welcher Redakteur eine Reportage schreiben soll. "Er weiß, welches Ergebnis er haben will und wer es am besten umsetzen kann. Essenzielle Entscheidungen dagegen haben langfristige Auswirkungen, die nicht vorhersehbar und auch nicht berechenbar sind." Ein Beispiel dafür sei etwa die Markteinführung einer neuen Zeitschrift. "Da stellt sich etwa die Frage, wie die Leser, die Werbekunden und die Mitbewerber darauf reagieren. Langjährige Erfahrung ist für so eine Entscheidung sicher hilfreich, aber nicht ausschlaggebend", kommt Thurnhofer zum Schluss.


"Erfahrungen sind für Entscheidungen nicht unwichtig, aber wenn ich die Grundlage einer essenziellen Entscheidung analysiere, so komme ich immer an die Grenzen des Erfahrungswissens und damit an die Grenzen der Erkenntnis im Management", so Thurnhofer. Wenn man diese Grenzen weiter hinterfrage, dann erschließt sich eine neue Ebene: der Glaube. Das bedeute jedoch nicht, dass Management deswegen eine religiöse oder quasireligiöse Veranstaltung sei. "Glaube ist etwas anderes als Religion. Religion ist kurz gesagt eine Glaubenslehre, die Summe aller Glaubensinhalte einer Religionsgemeinschaft. Glaube an sich ist dagegen ein erkenntnistheoretischer Begriff." Thurnhofer folgt darin der "Kritik der reinen Vernunft" von Immanuel Kant.


Kant als Lektüre wäre nicht nur für Manager zu empfehlen. "Aber Kant ist natürlich schwer verdaulich, deshalb macht sich niemand die Mühe, ihn zu lesen. Ich hab daher versucht, häufige Slogans und Schlagworte der Managementliteratur kritisch – im Sinne Kants – zu hinterfragen", erklärt Thurnhofer. Um verständlich zu bleiben habe er sich stilistisch aber an der aphoristischen Schreibweise von Ludwig Wittgenstein orientiert. Laut Kant hat der Glaube dort seinen Platz, wo die Grenzen der Erkenntnis erreicht sind. "Umgelegt auf Entscheidungsfindung heißt das: der Kalkulierbarkeit einer Entscheidung sind enge Grenzen gesetzt. Eine Entscheidung ist mit den üblichen Verfahren nicht begründbar, weil die Zukunft prinzipiell nicht kalkulierbar und nicht vorhersehbar ist." Der Manager müsse aber Entscheidungen treffen und dabei die Zukunft antizipieren. Dieses Dilemma sei nur mit dem Glauben zu lösen. "Nämlich damit, dass der Manager an seine Entscheidung glaubt."


Im Volksmund gibt es den Spruch: Glaube heißt nichts wissen. Thurnhofer meint dazu: "Jedenfalls sind Manager auch keine Übermenschen, die alles wissen. Es gibt immer Mitarbeiter in Unternehmen, die in Teilbereichen mehr wissen als die Geschäftsführer. Aber Wissen kann nur in begrenztem Umfang zur Entscheidung beitragen." Der Manager unterscheide sich durch seine Entscheidungsstärke, denn wer keine Entscheidungsstärke habe, kann bestenfalls ein guter Verwalter sein, aber kein Unternehmer oder Firmengründer.


Im zweiten Teil des Buches hat Thurnhofer die Entscheidungsprozesse von acht Unternehmen unter die Lupe genommen. "Die Kriterien, nach denen diese Unternehmen ausgewählt wurden, lagen primär darin, nur Unternehmensgründer zu porträtieren, bei denen die Entscheidung und die Umsetzung der Entscheidung in einer Hand liegt." Hier lasse sich das Phänomen der Entscheidungsfindung in Unternehmen am besten nachvollziehen. "Neben der Phänomenologie interessiert mich ja auch, wie sich die Phänomene in der Praxis darstellen." In den Best Practice Beispielen habe sich sehr deutlich gezeigt, dass Glaube und Vertrauen Synonyme sind. "Der Glaube an eine Idee, konkret die Idee für eine Firmengründung, führt nur zum Erfolg, wenn sich dieser Glaube im Vertrauen an die Mitgründer und später im Vertrauen an die Mitarbeiter manifestiert", so Thurnhofer. (pte)

 

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