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sheikoDer Himmel über Iran ist blau
– Erzählung
K. Sheiko  SK0248B
ISBN 9783937950457, Pressel, Taschenbuch, 177 Seiten, € 13,90

 


sheikoIch wurde 1965 in Teheran geboren. Meine Kindheit und Schulzeit verbrachte ich im Iran der Schahära und erlebte als Jugendlicher die islamische Revolution und Ihre erschreckenden Folgen. Nachdem ich mich geweigert hatte, am Iran/Irak Krieg teilzunehmen, verschlechterte sich meine Situation in der Heimat so extrem, dass ich den Entschluss fasste, den Iran zu verlassen. Damals war ich 20 Jahre alt. Über zahlreiche Umwege landete ich schließlich in Deutschland, wo ich einen Asylantrag stellte und nach einigen Höhen und Tiefen als politischer Flüchtling anerkannt wurde. Seitdem lebe und arbeite ich in Deutschland, habe mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit und eine deutsch-persische Familie gegründet.

In meinem Buch beschreibe ich meine Lebenssituation als Kind und Jugendlicher unter dem Schah, meine Erlebnisse während der islamischen Revolution und meine Flucht, die schließlich in Deutschland endete. Ich beleuchte den Wandel der Geschichte des Iran am Beispiel meiner eigenen Familie. Ich gehe auf die alte und neue persische Geschichte ein und versuche so, ein Verständnis der persischen Seele und Kultur aufzubauen, die im krassen Gegensatz zu den Werten des islamischen Gottesstaates stehen.

 

Inhalt
· Vorwort
· Der Abschied
· Die Flucht
· Die ersten Jahre in Deutschland
· Was wird aus unserer Heimat
· Die letzten schönen Tage im Iran
· Meine Familie
· Worauf wir Perser stolz sind
Unsere altpersische Geschichte
· Die Rolle der Frau
· Erneuerung vergangener Größe
· Der Einfluss der iranischen Kultur auf die europäische
Zivilisation und Kultur
· Kadisiya
Die Araber kommen
· Schia, Religion im Iran
· Die Kadscharendynastie
· Reza Schah Pahlavi
Der Vater
· Der Zweite Weltkrieg
· Mohammad Reza Schah
· Premier Minister Mossadegh
· Das Land braucht einen Thronfolger
· Farah Diba-Pahlavi
Unsere Kaiserin
· Reformen in der Wirtschaft und im sozialen Bereich
Der Schah greift durch
· Meine Urgroßmutter
· Großmutter und Großvater
· Chomeini
Wer ist dieser Mann?
· Gottesstaat statt Königsreich
· 17 Jahre später
Das Wiedersehen mit Iran
· Eine Reise durch Iran
· Menschenrechte Im Iran
· Sanktionen oder lieber Geschäfte!
· Iran 30 Jahre nach der Revolution
· Ahmadinedschad
· Die Rolle des Westens
· Mein Leben in Deutschland
· Der erste Geburtstag fern von zu Hause

Seite 11 & 12

Mit dem Tod meines Vaters bin ich nie fertig geworden, nicht an
diesem Tag, nicht in den nächsten Tagen, auch nicht in den folgen-
den Jahren. Bis heute habe ich noch nicht den Mut aufgebracht,
meine Mutter nach der Krankheit meines Vaters zu fragen.
Im Januar 1986 verließ ich mein liebes Heimatland Iran. Die
Entscheidung hatte ich mit meinen Eltern zusammen getroffen.
Es war die Zeit während des Iran Irak Kriegs. Ich war 20 Jahre
alt, seit zwei Jahren mit dem Gymnasium fertig und durstig nach
Freiheit. Seit der Islamischen Revolution im Jahre 1979 hatte ich
viel Schreckliches erlebt. Siebzehn- oder achtzehnjährige Klassenkameraden,
die in der Schule neben mir gesessen hatten, sah
man plötzlich nicht mehr. Am nächsten Tag waren sie einfach
nicht mehr da und später hörte man von ihrer Festnahme oder
Hinrichtung.
Unzählige Male wurde ich selbst unterwegs von der Sitten-Polizei
festgehalten und untersucht. Wie oft wurde ich wegen meines
westlichen Aussehens und meiner lockeren Bekleidung belästigt
und festgenommen. Ich war nicht etwa extravagant gekleidet,
sondern sportlich, wie viele andere Jugendliche in meinem Alter
auch. Doch es wurde die Anpassung an die islamischen Gesetze
verlangt und schwarz war nun einmal die wahre Farbe, die Farbe
des Islams, die Farbe der arabischen Kalifen. Mehrere Male war
ich festgenommen worden, nur weil ich mit einer Freundin unterwegs
war und mich mit ihr unterhielt und diese Freundinnen
waren so wie ich westlich bekleidet.
Die Frauen hatten es noch schwerer. Die Ayatollahs hatten alle
ihre Rechte ausgelöscht. Sie mussten ab sofort in der Öffentlichkeit
ein Kopftuch tragen und alle Proteste halfen nichts, sie verschlechterten
die Situation der Frauen sogar noch. Einigen Perserinnen,
die Widerstand leisteten wurde von Hisbollahmitgliedern
Säurewasser ins Gesicht geschüttet, andere wurden verhaftet und
verschwanden. Nach der Revolution schrieb Chomeini allen iranischen
Frauen vor, sich nach Islamischer Tradition zu kleiden:
die Haare durften unter keinen Umständen sichtbar sein, Make up
und enge Kleidung waren ab sofort streng verboten. Die iranischen
Frauen gaben sich mit den neuen Vorschriften nicht zufrieden und
demonstrierten vor der Teheraner Universität. Meine Mutter, die
auch dabei war, erzählte mir, dass auch zahlreiche Männer mitdemonstriert
hatten, um ihre Frauen und Töchter zu unterstützen
und ihnen das Tragen des Kopftuchs in der Zukunft zu ersparen.
Allein, die Demonstrationen brachten nichts. Die Mullahs waren
ihrer Sache sicher. Die Demonstranten bezogen heftige Prügel.
Auch für Männer gab es ab sofort strenge Kleiderregeln.

Von k. Sheiko

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