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Grüns Leben
von Fonsi Karasz

Taschenbuch: 388 Seiten
Verlag: Renovamen-Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3956210037
ISBN-10: 3956210034
Preis: 14,90 EUR

Kurzbeschreibung:

“Grüns Leben” ist ein Historien-Roman, der sich mit einem fiktiven Bruderkonflikt vor dem Hintergrund großer historischer Ereignisse beschäftigt. Die Handlung ist in vier Teile untergliedert und beginnt im Jahr 1929. Im ersten Teil lernt man eine Clique junger Menschen kennen, deren Dreh- und Angelpunkt Heinrich Grün ist. Heinrich oder im Buch fortan Henri genannt, hat sich schon vor geraumer Zeit mit seinem leiblichen Bruder Paul aufgrund verschiedener politischer Ansichten verstritten. Henri ist Kommunist und Mitglied des Roten Frontkämpferbundes in Leipzig. Paul hingegen ist bei der SA. Als Henri mit seinen Freunden auf den Waisenjungen Theo trifft, wird dieser kurzerhand mithilfe gefälschter Papiere adoptiert und somit zum Bruderersatz. Gemeinsam erleben sie das konfuse Ende der Weimarer Republik. Drogenexzesse, Straßenschlachten und natürlich die Wirtschaftskrise bestimmen ihr Leben. Die Geliebte Henris stirbt einen qualvollen Drogentot und der Freundschaftsbund lockert sich immer mehr im Freundeskreis. Mit der Machtergreifung bleibt Henri nichts anderes übrig, als das Land zu verlassen.

Hier setzt der zweite Teil der Handlung an: Henri landet Jahre später im spanischen Bürgerkrieg bei den Internationalen Brigaden. Neben neuen Freunden trifft er dort auch alte Gesichter wieder. Er erlebt das Durcheinander in den Reihen der Brigaden und wird Zeuge großer und sinnloser Menschenopfer aufgrund mangelnder Ausbildung, schlechter Ausrüstung und vielen Zwisten miteinander innerhalb der Truppe. Schwer verwundet erwacht er in einem Lazarett und lernt die hübsche Henriette kennen, in die er sich sehr verliebt. Als sein alter Freund Tell bei einem Gefecht gefangen genommen wird, planen Henri und seine Freunde diesen zu befreien. Der Befreiungsversuch glückt, doch wird immer klarer, dass das Glück nicht von allein auf ihrer Seite ist. Der verstoßene Bruder Paul, welcher in der Heimat ein hoher Gestapo-Offizier ist, hat sich inzwischen besonnen und setzt alles daran, Henri und seinen Adoptiv-Bruder Theo vor den Geschehnissen um sie herum zu schützen. Henri wird dennoch gefangen genommen.

Es beginnt der dritte Teil des Buches, welcher zeitgleich zum zweiten spielt. In der Heimat gehört der herangewachsene Theo inzwischen den Leipziger Meuten an. Diese Jugendbanden haben eigene Ideale im Kopf und halten eine Verweigerungshaltung gegen die HJ und das NS-Regime aufrecht. Der Motorradbegeisterte Theo erlebt die Kultur der Swing-Jugend und die Konflikte mit der HJ. Um einen Streit mit der Motor-HJ beizukommen lässt sich Theo auf ein Motorradrennen ein. Dieses Rennen findet ein erstaunliches Ende. Um sein Motorrad vor der Konfiszierung für den Kriegsdienst zu schützen, wird es im Keller eines Hauses hinter einer doppelten Wand eingemauert. Kurz darauf wird Theo denunziert und von der Gestapo verhaftet.

Es folgt schließlich der vierte Teil. Henri ist Häftling im KZ-Börgermoor und plant schon seit langem eine Flucht. Eines Tages erkennt er unter Neuankömmlingen seinen Adoptiv-Bruder Theo. Gemeinsam gelingt ihm im Durcheinander der Ur-Aufführung der “Moorsoldaten” die Flucht und sie schlagen sich durch das umkämpfte Land. Die Westfront rückt immer näher und sie erleben die letzten verzweifelten Akte der deutschen Heeresführung. Unterwegs beobachten sie viele seltsame Verhaltensweisen der verstörten Zivilbevölkerung und können diese nur schwer verstehen. An einer Autobahn stoßen sie auf amerikanische Truppen und werden direkt ins zerstörte Leipzig begleitet. Dort finden sie allerdings keinen ihrer alten Freunde, das eingemauerte Motorrad steht aber immer noch im Keller des inzwischen ausgebombten Hauses. Mit diesem Krad kämpfen sie sich ihre letzte Strecke auf’s Land, wo sie soviele Wochenenden verbracht haben. Sie passieren die bedrohlich wirkenden russischen Truppen, welche ihnen inzwischen entgegen kommen und finden in einem Dorf tatsächlich ihre alten Freunde wieder.

Das Werk ist sehr antipolitisch ausgerichtet und folgt einem Leitmotiv, welches besagt, dass man zunächst die Welt im Kleinen revolutionieren sollte, bevor man den großen Weltverbesserer spielt. Der Schreibstil ist wie bei einem Film von einzelnen Scenen durchschnitten und berichtet sehr bildlich. Gedankengänge und Empfindungen der Charaktere werden bewusst in der dritten Person begonnen und plötzlich in der ersten Person fortgeführt, sodass der Leser regelrecht in die Rolle der jeweiligen Figur schlüpft. Das Buch ist von Anfang bis Ende von zahlreichen Cameo-Auftritten und Anspielungen durchsetzt und gewinnt dadurch einen gewissen Charme. Das Szenenbild ist sehr kontrastreich und wechselt in tobender Weise die Stimmung, sodass bestimmte Situationen den Leser schockieren und nachdenklich stimmen.

Hintergründig behandelt der Roman zusätzlich den DKW-Mythos. Die Geschichte des Motorradwerkes DKW wird immer wieder aufgegriffen und mitgetragen. Hierbei stehen die damaligen Kontrahenten im Motorradbau, DKW und NSU, symbolisch für den Bruderkonflikt, welcher behandelt wird. Diese beiden Motorradwerke fusionierten nach dem Krieg ebenfalls.

Dieses Buch ist fließend zu lesen und mit den kurzen Kapiteln und seiner Schreibweise auch für Wenig-Leser kein Problem. Die Erzählung lässt jeden mitreißen, ob er nun historisch interessiert ist oder nicht.

Klappentext:

“Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.” – Sprichwort der Xhosa

Grüns Leben erzählt die Geschichte des Henri Grün und seiner Brüder. Mit seinem leiblichen Bruder verstritten, kreuzt ein Waisenjunge namens Theo seinen Weg. Dieser Junge wird sein Bruderersatz. Gemeinsam erleben sie das konfuse Ende der Weimarer Republik. Nach der Machtergreifung flieht Henri vor der Nazi-Justiz und landet über Frankreich Jahre später im spanischen Bürgerkrieg. Auf Seiten der Antifaschisten kämpft er dort mit Gleichgesinnten aus aller Welt. Zur selben Zeit gehört der herangewachsene Theo in der unterdrückten Heimat den Leipziger Meuten an. Für beide ist das Leben eine Gratwanderung zwischen Allem und Nichts. Die eigenen Ideale können der größte Feind werden – aber warum riskiert man dennoch so viel, bei doch so geringen Gewinnchancen?

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