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hexentochterHexentochter
– phantastischer Jugendroman
Stefanie Mühlsteph
ISBN 9783862540730, Aavaa-Verlag, Paperback, 270 Seiten, € 9,95

hexentochter

 

Die junge Selen könnte ein ganz normales Mädchen sein, wenn ihr Bluterbe nicht wäre – Selen ist nämlich eine Hexe. Mit ihrem Wolf Inuki reist sie quer durch den Inselkontinent Thulien, auf der Flucht vor den Menschen. Auch vor den sogenannten „Schatten“ müssen sich Selen und Inuki in Acht nehmen, denn die haben es nur auf eine Sache abgesehen: ihre Seele.

Auf ihrer Reise trifft sie Axes, in dem ebenfalls hexische Kräfte innewohnen, und die blinde Drachenbändigerin Keena. Durch Feuer und Verrat müssen die Freunde gehen, bis die Hintergründe dieser blutigen Jagd aufgedeckt werden und Selen einen folgenschweren Handel eingehen muss.

»Hab keine Angst, hab keine Angst!«, betete die kleine Selen unaufhörlich vor sich hin, als sie durch die undurchdringliche Schwärze des Waldes schritt.
Mit ihren nackten Füßen spürte sie die Unebenheit des Waldbodens und auch jedes Kriechtier, denen sie nicht ausweichen konnte. Sie frage sich, wie viele Insekten sie schon auf dem Gewissen hatte.
Plötzlich hörte sie ein Krächzen, das sie schreckartig in die Knie fahren ließ. Reflexartig bedeckte sie den Kopf mit ihren Armen, bis das Geräusch verklungen war.
Vorsichtig tastete sich Selen mit den Händen auf dem Waldboden entlang, bis sie mit ihren Fingerspitzen starke Wurzeln fühlen konnte. Zitternd zog sich die Junghexe an den Stamm des Baumes heran und kauerte mit angezogenen Beinen auf der Erde, während ihr schleichend die Erkenntnis kam, dass dieses Verhalten falsch war.
Sie hatte allerdings zu große Angst, um weiter zu gehen.
Das Mädchen wusste, dass sie eigentlich keine Angst in d en Wäldern ihrer Schwesternschaft haben musste und doch waren ihre Gefühle stärker als die Vernunft.
Sie wollte unbedingt einen starken Seelenpartner haben, wie einen Bären oder einen listigen Fuchs. Aber mit ihrer Angst war sie sich fast sicher nur eine Unke zu bekommen, die perfekt im Tarnen und Verstecken war.
Wieder drang das tiefe Krähen eines Vogels zu ihr durch, das von dem undefinierbaren Schrei eines anderen Tieres überlagert wurde.
Instinktiv schlug sich Selen die Hände vor das Gesicht und kniff die Augen zusammen.
»Ich will nachhause!«, schluchzte das Mädchen. Salzige Tränen liefen ihre geröteten Wangen hinunter.
Sie war noch nie die Mutigste gewesen, auch wenn sie sich stets stark gab. Dieser Wald jagte ihr einfach mehr Furcht ein, als sie es sich je hätte vorstellen können. Sicherlich war sie dieses Szenario zuvor öfters im Kopf durchgegangen, jedoch hatte sie sich in Gedanken stets mutig und tapfer gezeigt, damit ihr ein mutiger und loyaler Seelenpartner zuteil wurde.
Ein eisiger Wind frischte auf und brachte Selen dazu, ihre Beine weiter an den Körper heran zu ziehen. Unerwartet spürte sie etwas Nasskaltes an ihrer Hand, das sie erschrocken zusammenzucken ließ.
Nur widerwillig öffnete Selen ihre Lider, um zu erforschen, was ihre Hand berührte.
Zwei tiefblaue Augen musterten sie.
»Hast du Angst?«, hörte sie eine leise Jungenstimme.
Ihre Augen weiteten sich. »Du sprichst?«
»Wie bitte? Du kannst mich also hören?«, fragte die Stimme zurück. Das Mädchen konnte deutlich das Winseln eines Tieres hören.
Selen nickte stumm und konnte den Blick nicht von dem Wesen lösen, das noch immer vor ihr stand. Die spitzen Ohren zuckten irritiert, seine Rute schwang vor Aufregung hin und her.
»Ich bin Selen Lupadra«, murmelte das Mädchen. Ihre Finger lösten sich langsam aus der Erstarrung.
Ein leises Jaulen drang an ihre Ohrmuschel und nun realisierte sie erst, dass der Vierbeiner vor ihr nicht wirklich sprach, sondern sie lediglich seine Gedanken hören konnte.
»Ich bin Inuki Schattenwolf, du musst keine Angst vor mir haben«, schmiegte sich der kleine Wolf an die Seite der Junghexe, sodass sein weiches, rabenschwarzes Fell ihre eisigen Finger wärmte.
Er wusste zwar nicht warum er das tat, aber er spürte in seinem Innersten eine tiefe Verbundenheit zu dem Mädchen. Vertrauensvoll schloss Selen ihre Augen und legte den Kopf auf den Rücken des Jungtiers. Auch Inuki schloss seine Lider, als er die Körperwärme des Kinds spürte.
Ein unbeschreibliches Gefühl durchfloss beide Wesen.
Es brannte sich in ihre Herzen ein und verband sie auf eine Art und Weise, wie es nur tief in der Seele geschehen konnte.
»Du brauchst nie wieder Angst zu haben, ich werde dich von nun an beschützen«, flüsterte der Wolf und leckte Selen liebevoll über die geröteten Wangen.

Stefanie Mühlsteph

Website

Stefanie Martina Mühlsteph wurde 1987 in Offenbach am Main geboren und studiert Elektro- und Informationstechnik.
Seit 2009 wohnt sie in Darmstadt und arbeitet für die Technische Universität als Seminarleiterin und Hilfswissenschaftlerin.
Nebenher schreibt die Fachhochschülerin Artikel für die Semesterzeitschrift "Hochspannungsquelle" und "Ersatzspannungsquelle".
Neben der Technik ist das Lesen und Schreiben von Fantasieromanen ihre zweite große Liebe, die sie seit frühster Kindheit pflegt

Von Stefanie Mühlsteph

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