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Peter-Huchel-Preis 2010 für Friederike Mayröcker

Der diesjährige Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik geht an die 1924 in Wien geborene Dichterin Friederike Mayröcker.

Die Jury würdigte in ihrer Sitzung am 15. und 16. Januar 2010 in Freiburg den im Suhrkamp-Verlag erschienenen Band "dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif" als herausragende Neuerscheinung des Jahres 2009.

Der Band stelle, so die Jury, einen neuen Höhepunkt im umfangreichen Lebenswerk der Schriftstellerin dar.
"Gegenstand der Gedichte ist die künstlerische Existenz Mayröckers, die sich speist aus Begegnungen mit Gefährten und Freunden und der Auseinander-setzung mit Musik, Philosophie und Literatur." Dabei verbinde sich genaue Beobachtung der Natur in ihrem Jahreszeitenzyklus mit der Reflexion des Alters und jäh aufblitzenden Erinnerungsschüben. Ihre poetische Sprache zeichne sich durch Vielstimmigkeit, Präzision, Anspielungsreichtum und Farbenvielfalt aus. In einem längeren Zyklus des Bandes, der auch als Einzelpublikation unter dem Titel "Scardanelli"
erschienen ist, begleitet Friederike Mayröcker die Künstlergestalten Ernst Jandl und Friedrich Hölderlin auf Spaziergängen durch Tübingen.

In der Überfülle seiner motivischen Verflechtungen ist der Band "dieses Jäckchen (nämlich) des Vogel Greif", so das Fazit der Jury, "eine große Feier des Lebens".

Friederike Mayröcker arbeitete zunächst als Lehrerin in ihrer Heimatstadt Wien, bevor sie sich 1969 für ein Leben als freie Schriftstellerin entschied. Von 1954 bis zu dessen Tod im Jahr 2000 war sie die Lebensgefährtin des österreichischen Dichters Ernst Jandl. Friederike Mayröcker ist Trägerin zahlreicher Literaturpreise.

Der vom Land Baden-Württemberg und dem Südwestrundfunk gestiftete, mit 10.000 Euro dotierte Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik wird seit 1983 für ein herausragendes lyrisches Werk des vergangenen Jahres verliehen. Er soll die literarische Arbeit deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker würdigen. Zugleich will er das Interesse der Öffentlichkeit auf die von den Medien oftmals marginalisierte Gattung Lyrik lenken.

Der Preis erinnert an den Namensgeber Peter Huchel – geboren am 3. April 1903 in Groß-Lichterfelde bei Berlin, gestorben am 30. April 1981 in Staufen im Breisgau -, den bedeutenden Lyriker und Chefredakteur von "Sinn und Form". Seinem Anspruch und seiner Unbestechlichkeit fühlen sich Preisgeber und die aus sieben unabhängigen Literaturkritikern, – wissenschaftlern und Autoren bestehende Jury verpflichtet.

Der Peter-Huchel-Preis wird am 3. April 2010, dem Geburtstag Huchels, in Staufen im Breisgau verliehen. Zu den Preisträgerinnen und Preisträgern gehörten zuletzt Uljana Wolf, Oswald Egger, Ulf Stolterfoht und Gerhard Falkner.

Weitere Informationen zum Peter-Huchel-Preis finden Sie hier.

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