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profilneurosePROFIL.NEU.ROSE.
– Unterhaltung   
Sabine Saldaña Bravo   SBS0351B
ISBN 9783839192597, BoD, broschiert, 148 Seiten, € 8,90

saldana„Die Lösung meiner Probleme war also ein neues Problem!“

Marlene, Ende Dreißig und allein erziehend, macht sich mit ihren Freundinnen Hildi und Paula auf die Suche nach einem Mann. Via Internet erlebt die fantasievolle Wahlbayerin nicht nur die neue Männlichkeit auf wunderliche Weise: Marlene macht im Netz eine Entdeckung, die alles von ihr fordert, was ihr von Natur aus nicht gegeben ist: Diskretion, Geduld und Plan P.

 

 

 

Schon während ich mich die letzten Stufen zu meiner Wohnung hoch schleppte, merkte ich: Irgendetwas war anders. Nein, ich merkte es nicht, ich roch ihn, den intensiven Geruch von billiger aber gut haftbarer Farbe. In großen, roten Lettern prangte quer von Paulas Eingangstüre über die Flurwand bis hin zur meiner Hauspforte: VERRÄTERINNEN! Und zwar, so wie ich es von Hildi nicht anders erwartet hätte, in recht hübscher Anordnung und schwungvoller Ak zentuierung der Buchstaben „V“, „R“ und „N“. Raumgestaltung hatte sie einfach voll drauf, das musste ich ihr mit Neid lassen. Und schnell war sie auch noch, denn außer dem Farbeimer nebst Pinsel gab es keine Spur von ihr. Ein Blick in meine Wohnung, von der sie einen Zweitschlüssel besaß, brachte auch kein besseres Ergebnis. Also machte ich mich weiter auf die Suche. Ich klapperte alle Cafés und Bars ab, in denen wir uns manchmal trafen, fragte an der Kinokasse nach ihr – dort kannte man uns, seitdem wir uns in einer Woche ganze elf Mal „Mamma Mia“ angesehen hatten. Überflüssig zu erwähnen, dass wir in dieser Zeit die „Dancing Queens“ unseres bezaubernden Örtchens gewesen waren. Aber auch hier: Fehlanzeige. Es musste wohl die Verzweiflung und ein wenig auch das schlechte Gewissen gewesen sein, welches mich an einen Ort trieb, den ich seit meiner Trennung von dem Kindsvater Alois nicht mehr heimgesucht hatte: Das örtliche Fußball-Vereinsheim. Und da saß er, direkt hinter Miss Schwanger-Babette und ihrem Befruchter: Karl-Rudolf. Glasig-glücklich blickte er über sein Weißbierglas in die Runde und erfreute sich offenbar bester Laune. Klar, hat er doch gerade ein Date gehabt. Nur: Eigentlich müsste er genau dort jetzt noch sein. Und, auch wenn es zum Enthüllungs-Eklat gekommen sein sollte: Wie hat er es so schnell geschafft, hierher zu kommen und dabei auch noch so entspannt zu wirken?

Statt einer Antwort auf diese Frage, erhielt ich, sozusagen aus dem Hinterhalt, einen Rüffel. Und zwar einen, der es in sich hatte: „Sieh mal einer an, Marlene auf Männerfang“, ließ meine allerliebste Freundin Hildegard laut und deutlich durch den Raum schallen. Es ist eindeutig und ausschließlich dem süffigen Bier der hiesigen Brauerei „Vergeltsgott“ zu verdanken, dass der Hohn unverstanden blieb, und die Stammtisch-Crew mich mit den Worten „Do geh her, sitz die nieda, da is eh oana scheena wia da ana, such da oan aus“ zu sich einlud. Mehr aus Angst vor Hildi als aus Lust an dieser schmissigen Runde, folgte ich der Einladung, setze mich vor das nächstbeste Bier: Prost und auf ex! Diesen Vorgang wiederholte ich innerhalb weniger Minuten genau drei- oder viermal, was mir nicht nur den Respekt des gesamten versammelten Vereinsvolkes einbrachte. In kürzester Zeit war ich per Du mit dem Bürgermeister, dem Vorstand der „Ehemaligen Angehörigen aktiver A kazienzüchter e.V.“ und dem Wirt höchstselbst. Ich hatte jetzt neue Freunde, und Hildi, die meine wirkliche Freundschaft offensichtlich nicht zu schätzen wusste, konnte mir mal im Mondschein begegnen! Wir besiegelten unser zart gesponnenes Freundschaftsband noch mit dem ein oder anderen Busserl. Selbstverständlich nicht, ohne der Regierung einen lückenlosen Zehn-Punkte-Plan zur Rettung der deutschen Politikverdrossenheit auszuarbeiten. Am besten gefiel mir Punkt drei: Die aktive Mitgliedschaft in einem Verein, egal welchem, sollte mit Steuererleichterungen so um die zwölf Prozent belohnt werden. Hintergrund hierfür war natürlich die Ankurbelung der deutschen Wirtschaft. Und zwar wortwörtlich. Denn jeder Euro, den ein aktives Vereinsmitglied nicht an Steuern zahlen musste, konnte im Zuge seiner Teilnahme am Vereinsleben im, von Fördergeldern regelmäßig subventionierten, Vereinsgasthaus versoffen werden. Ziemlich klasse war auch noch Punkt zehn: Die Öffnungszeit en der Bierzelte bei traditionellen Trinklichkeiten mit rein kulturellem Hintergrund sollten ab sofort direkt-demokratisch von den Bürgern selbst bestimmt werden. Hierbei zählen die Stimmen von Bürgern, die sich als aktives Mitglied irgendeines Vereines ausweisen konnten, doppelt. Ich wollte gerade meine Fünf-Jahres-Mitgliedschaft bei dem eben sich hier versammelnden Fußballverein unterzeichnen, als mir eine Hand über die Schulter griff und mir die Feder aus den Fingern nahm. „Marlene, I glaub, I bring di jetzt hoam“, hauchte mir kein anderer als der Oberkraitner-Junior-PC-Seppl in mein Ohr. Brüderlich und schwesterlich verabschiedete ich mich von meinen neuen Kumpels mit weiteren bayerischen Busserln. Nur Hildi, die, immer noch regungslos, die Show von ihrem Logenplatz aus am Tresen beobachtete, ließ ich aus, dito Karl-Rudolf, den ich ja gerade schon abgebusselt hatte und der, keine Ahnung, wie er das machte, jetzt auch noch zur Tür herein kam.

Stimmungswechsel

Schlimm ist es, morgens mit einem Kater aufzuwachen. Noch schlimmer, wenn neben dem Kater noch ein fremder Mann liegt. Erschreckend allerdings ist es, wenn dieser fremde Mann einen mit offenen Augen anstarrt, als wäre das Hinterteil von Jennifer Lopez explodiert. „Gott sei Dank, du lebst no.“ Ich hatte definitiv keine Ahnung, mit wem er sprach, und warum seine Stimme nicht aus seinem Mund, sondern von irgendwo her aus dem Hintergrund ertönte. Ich wusste nur, dass ich hier aus diesem Bett und dieser Situation so schnell wie möglich heraus wollte. Sepp wollte das offensichtlich nicht. Er befahl mir, liegen zu bleiben, bis er mich mit einem Frühstück wieder aufgepäppelt habe. Nur wenige Minuten später balancierte er geschickt ein Tablett mit Kaffee, frischen Semmeln, Wurst, Käse und einer Tulpe an mein Bett. Und da war er, der Moment, den man meistens wieder vergaß, weil man ihn gar nicht wahrnahm. Der Moment, in dem man einen Menschen plötzlich mit Wärme, S chönheit und Freude in eine untrennbare Verbindung brachte. Der Moment, den man für ziemlich unwahrscheinlich hielt, weil alles dagegen sprach und den man glaubte, nicht verdient zu haben. Denn schließlich sah ich gerade – das war sehr wahrscheinlich – wenig lecker aus, und ich hatte mich gestern – dafür gab es Zeugen – ein wenig aus der Reihe benommen. Trotzdem wurde ich irgendwie belohnt. Mit einem Menschen, der sich um mich sorgte.

 

Im Roman PROFIL.NEU.ROSE macht es köstlich komisch „klick“

Allein im vergangenen Jahr waren, einer Studie zufolge, 7,5 Millionen Deutsche mittels einer Kontaktanzeige im Internet oder einer Internet-Partnervermittlung auf der Suche nach dem passenden Pendant in Sachen Liebe. Der Trend, die Partnersuche nicht dem Zufall überlassen zu wollen, scheint sich auch durch die Vielzahl und Vielfalt der Single-Börsen zu bestätigen. Grund genug für die junge Autorin, Sabine Saldaña Bravo, die neue Art sich zu verlieben in ihrem ersten Roman PROFIL.NEU.ROSE. genauer unter die Lupe zu nehmen und zu Papier zu bringen.

Die Geschichte ist einfach und passiert millionenfach: Eine Frau meldet sich in einer Online-Partnerbörse an, knüpft zuerst virtuell Kontakte und trifft sich dann persönlich mit ausgewählten Persönlichkeiten des anderen Geschlechts. Spektakulär muss das nicht sein, kann es aber. Nämlich dann, wenn, wie in dem Roman PROFIL.NEU.ROSE., die Single-Frau Ende Dreißig ist, allein erziehend, sich nur auf Drängen und mit Hilfe ihrer Freundinnen auf die computergesteuerte Partner-Pirsch macht, in einem kleinen Ort in Oberbayern lebt und mit ihrem Profilnamen Alpenrose zudem einen Fund im Netz macht, der alles von ihr fordert, was ihr von Natur aus nicht gegeben ist: Diskretion, Geduld und Plan P.

Marlene, die Hauptdarstellerin des rasanten Romans, begegnet auf ihrer Suche nach einem Mann, nicht nur sehr eigenen Exemplaren des vermeintlich „starken“ Geschlechts, sondern vor allem immer wieder sich selbst. Denn bei ihrer Expedition ins Reich des Online-Datings trifft sie auf alte und aktuelle Verhaltensmuster und analysiert dabei selbstironisch die oftmals noch klassische Rollenverteilung von Frauen, Männern, Müttern und Vätern, von Freundschaft und Liebe sowie der Institution Ehe an sich.

open.pr

Sabine Saldaña Bravo

Website

Sprechen gelernt in einer fünfköpfigen Familie. Das erste Wort: Ball.
Lesen und schreiben gelernt am schönen Ammersee. Das erste Buch: Försters Pucki von Magda Trott.
Worte lieben gelernt mit Max Frisch und Heinrich Böll.
Studium der Politikwissenschaft, Soziologie und Volkswirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität, München. Abschluss Magister Artium.
Grenzen überschritten in den 90igern. Fünf Jahre unter der Sonne Spaniens gelebt und in eine neue Sprache verliebt.
Erstmals keine Worte gefunden bei der Geburt des Sohnes. Ihm das Sprechen gelernt. Sein erstes Wort: Ball.
Berufung verspürt als Redaktionsassistentin ein einem Publizistennetzwerk der Expo 2000 in Erding und Marketingleiterin der Trebag AG in München.
Der Berufung gefolgt im September 2003. Seither selbst und ständig tätig als branchenunabhängige Werbetexterin und Autorin.
Ersten Roman veröffentllicht im Dezember 2009. PROFIL.NEU.ROSE. ISBN: 978-3-8391-9259-7 bei Books on Deman GmbH

Von Sabine Saldaña Bravo


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