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maak100 Tage – Aus dem Leben eines Schülers
- Roman
Patrick Maak
ISBN 9783839168028, BoD, broschiert, 208 Seitemn, € 13,90


Der 10-jährige Martin ist auf den ersten Blick ein Junge wie viele andere: Er spielt gerne mit Freunden, lebt in einer intakten Familie und ist noch dazu gut in der Schule. Doch als er auf’s Gymnasium kommt, ändert sich alles. In 100 Tagebucheinträgen berichtet Martin über seine qualvolle Schulzeit, in der er von Schülern wie Lehrern falsch verstanden und gemobbt wird – bis er die Tortur nicht mehr ertragen kann und zurückschlägt …

Liebes Tagebuch,
heute war ein schöner Tag. Ich bin zehn Jahre alt geworden und ich habe dich von Mama und Papa geschenkt bekommen. Mama hat gesagt, ich kann dich benutzen zum Schreiben üben. Das ist nämlich wichtig, wenn ich bald auf das Gymnasium komme. Da muss ich gut schreiben können. Und Schreiben macht Spaß.

Dann hatte ich die Idee, ein Tagebuch zu machen. Davon habe ich schon oft gehört: Man schreibt jeden Tag auf, was man getan hat. Und später kann man das alles nachlesen. Also, wenn man groß ist und Abitur und einen guten Beruf hat.

Ich habe Mama von der Idee erzählt und die hat gesagt, ich soll mal zählen, wie viele Seiten das Buch hat. Zählen war mir zu anstrengend, aber es sind nicht sooo viele Seiten. Wenn ich jeden Tag was schreibe, reicht das wahrscheinlich nicht mal für ein ganzes Jahr.

Deshalb habe ich mit Mama zusammen überlegt. Ich schreibe bestimmt sowieso nicht jeden Tag was rein, hat sie gesagt, und ich habe geantwortet, das mache ich wohl. Aber sie meinte, ich schreibe vielleicht am Anfang jeden Tag was und dann bestimmt nicht mehr. Und das könnte sein. Man sollte es sich besser einteilen, sonst hat man schnell keine Lust mehr. Besonders, wenn man noch nicht so erwachsen ist.

Am besten wäre es also, wenn ich kein Tagebuch mache, sondern ein Gymnasiumsbuch. Ich habe neun Schuljahre und ich glaube, ich werde insgesamt genau hundert Mal etwas schreiben! Das ist ganz schön viel. Ich habe schnell ausgerechnet, dass ich so jedes Jahr elf Mal etwas schreiben muss und dann noch ein mal nach der Schule. Als ich das Mama erzählt habe, hat sie gelacht und gesagt, dass sie mich daran erinnern wird.

Ich glaube, das ist eine gute Idee, denn es könnte sein, dass ich es vergesse. Auf dem Gymnasium hat man nämlich viel mehr zu tun als auf der öden Grundschule, sagt Mama. Aber ich schaffe das schon, weil ich ja nicht doof bin. Ich konnte schon vor der Grundschule rechnen und schreiben. Und in Diktaten mache ich als einziger aus der Klasse NIE Fehler!

Mein Geburtstag heute war auch überhaupt nicht doof. Mittags sind Opi und Papas Eltern (Brigitte und Eberhart) zu uns gekommen. Wir haben Marmorkuchen gegessen, der war lecker. Ich wollte drei Stücke, aber Mama meinte, zwei sind genug, denn zuviel Zucker ist ungesund. Dabei hätte ich danach sogar die Zähne geputzt! Papa war auch da und hat mitgegessen, obwohl er gar keine Lust auf Brigitte und Eberhart hatte, hat Mama gesagt. Das war toll.

Anschließend sind Daniel und Thomas und Michael zu mir gekommen und ich durfte zum ersten Mal echte Cola trinken. Ausnahmsweise, weil ich ja Geburtstag hatte und jetzt schon zehn Jahre alt bin und heute nicht ganz so früh ins Bett muss. Wir haben erst eine kleine Schatzsuche draußen gemacht und ich habe mit Daniel den Schatz gefunden! Er war unter einer Hängebrücke auf dem Spielplatz vergraben. Ich glaube, Mama hat den dort vergraben, denn sie war davor kurz weg und hatte eine Schaufel mit. Aber als ich sie das nach dem Ausgraben gefragt habe, hat sie nur komisch geguckt. Nichts gesagt. Weiß nicht, warum.

Später, zu Hause, haben wir Musik gehört und ich habe von allen ganz viele andere Geschenke bekommen: Fünf Bücher, drei CDs, zwei Puzzles, zwei Brettspiele. Außerdem Klamotten und noch irgendwas anderes. Hab ich vergessen, was das war!

Jetzt liege ich im Bett und schreibe zum ersten Mal ins Tagebuch. Gleich kommt Mama noch hoch und sagt mir gute Nacht. Es ist schon fast zehn Uhr und nächste Woche müssen wir zum Gymnasium und mich anmelden! Vielleicht schreibe ich dann noch einmal was. Die Anmeldung ist ja schon fast wie eine Prüfung, sagt Mama. Aber ich bin immer gut in Prüfungen.

Nur reden mag ich nicht so gerne. Ich schreibe lieber.

Von Patrick Maak

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